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Autor Thema: Was vergangen war - Teil 6: Ein neuer Anfang  (Gelesen 324 mal)
Líllí
Gast
« am: 11. April 2017, 14:08:00 »

Was vergangen war - Teil 6: Ein neuer Anfang

Zeitliche Einordnung
Der in der Not geschmiedete Pakt zwischen der Horde und der Allianz zum Schutz Azeroths gegen die Invasion der brennenden Legion ist zerbrochen, die Königreiche Lordaeron und das Quel’Thalas sind gefallen und der Schwarzfels wurde erneut zum Symbol des Bösen. Das Land wird bedroht von gewaltigen Mächten.
Fünf Jahre ist es nun her, dass Lilian aus den Trümmern ihrer Heimat entflohen ist. Nachdem sie zunächst Zuflucht in Lordaeron gesucht hat, floh sie weiter in das Hinterland und schließlich nach Süderstade, wo sie einige Zeit verborgen lebte und mit ihren Erinnerungen rang.
Es war ein spontaner Entschluss, der sie dazu veranlasste zu dem Hafen von Menethil aufzubrechen, um von dort ein Schiff nach Kalimdor zu nehmen wo sie Hoffnungen hegte das Volk ihres Vaters zu finden.


Die Wellen peitschen schäumend gegen den massiven Holzsteg der weit ins Wasser reicht und unter der Wucht des Aufpralls schwer ächzt, als das Schiff endlich anlegt. Als Lilian von Bord geht, etwas käsig im Gesicht, ist es bereits früh am Abend und das kleine Dörfchen Auberdine liegt ruhig und friedlich dar. Der Wind hat zugenommen und pustet der jungen Elfe durch das Haar und ihre Kleidung. Diese besteht aus einer ledernen Hose, einem roten Hemd und einer braunen Weste. Darüber hat sie einige Felle und eine Kapuze gezogen, die bei dem Wind jedoch immer wieder heruntergepustet wird. Die Kleidung, welche für das elfische Volk eher untypisch erscheint, hat sie vor der Reise einem Bauern abgekauft. Die Felle enger um sich ziehend schreitet sie den Steg hinunter Richtung Gasthaus. Bis auf einige angelnde Elfen ist draußen nichts los. Die kühle Abendluft riecht salzig, aber auch etwas miefig von den an den Felsen und Pfählen gewachsenen Seetang.  
Als sie das Gasthaus betritt sind nur wenige Besucher anwesend. Zwei Hand voll vielleicht. Dennoch ist er Raum erfüllt von lebhaften Gesprächen und Musik. Es duftet nach gebratenem Fisch, verbranntem Holz und Tannen.
Zunächst scheint sie niemand zu bemerken, bis sie schließlich in Richtung Tresen steuert. Die Gespräche verstummen nach und nach und Lilian spürt die Blicke der Elfen auf ihr ruhen.  
Wer mag es ihnen verübeln, so treten derartige Erscheinungen ja nicht sehr häufig auf den Plan. Als Lilian die Kapuze abnimmt werden die Blicke sogar noch verdutzter und ein unüberhörbares Tuscheln dringt an ihre Ohren. In leicht geduckter Haltung tritt sie an die Gastwirtin heran. Diese mustert sie skeptisch: „Hallo“ beginnt Lilian leicht zögerlich. „Ich hätte gerne ein Zimmer“. Bei diesen Worten knurrt ihr Magen. Lange hatte sie nicht viel essen können, da ihr die Schifffahrt sehr auf den Magen geschlagen ist. „Oh… und vielleicht etwas zu essen?“ fügt sie recht kleinlaut hinzu. Die Elfe mustert sie noch immer mit eindringlichem Blick, weshalb Lilian sich langsam etwas unwohl fühlt. Auch das Tuscheln der anderen Besucher scheint nicht an Intensität abnehmen zu wollen. „Wer seid Ihr?“ fragt die Elfe schließlich in einem recht kühlen Ton „Was wollt Ihr hier?“. Lilian schaut sie verunsichert mit großen Augen an: „Ich bin Lilian… Ich kam gerade mit dem Schiff an und hätte gerne ein Zimmer für die nächsten Nächte“. Sie versucht sich so locker wie möglich zu präsentieren, jedoch ist ihre Nervosität deutlich erkennbar. Die Gastwirtin betrachtet sie von oben bis unten und bleibt schließlich an ihren Haaren und den grün schillernden Augen hängen. „Ihr seid eine Hochelfe…“ bemerkt sie abwertend „Jemanden wie Euch bewirtschaften wir hier nicht“. Der Blick der Elfe verfinstert sich und sie wendet sich kopfschüttelnd ab. „Bitte wartet!“ entgegnet Lilian: „Bitte… Ich habe eine sehr lange Reise hinter mir und möchte nur essen und schlafen“. Mit einer einzigen Handbewegung gibt die Elfe jedoch zu verstehen, dass von ihr keine Hilfe zu erwarten ist. Niedergeschlagen schaut Lilian sich um. Die Blicke der anderen ruhen noch immer auf ihr und durchbohren sie wie Dolche. „Verschwinde von hier!“, „Versuch dein Glück in den Wäldern“, „Eine der eurigen wollen wir hier nicht“, „Verräterin!“ hallt es in ihren Ohren. Völlig aufgelöst zieht die junge Elfe ihre Kapuze schützend weit ins Gesicht und verlässt das Gasthaus. Der Wind pustet immer stärker die Küste entlang. Froh darüber, dass kaum jemand unterwegs ist, schlurft Lilian den Weg hinunter. Auf der Bank neben einer kleinen Hütte steht ein Korb frisch gefangener Fische. Vorsicht schaut die Elfe sich um ob auch ja niemand in der Nähe ist. Als sie sich ihrer Unbeobachtetheit gewiss ist, schnappt sie sich zwei der Fische und verbirgt sie unter den Fellen. Raschen Schrittes verlässt die das kleine Dorf in Richtung Tannenwald.

Die Schwärze der Nacht ist bereits hereingebrochen, als Lilian zwischen einigen Moos bedeckten Felsen und hohen Tannen ein sicheres und vor allem windgeschütztes Plätzchen gefunden hat. Über einem kleinen Feuer brutzeln die an Stöcken drapierten Fische. Bei dem Anblick läuft ihr das Wasser im Mund zusammen. Ihr Magen knurrt bereits ununterbrochen.
Auf der Erde liegend, die Felle dicht an ihren Körper gezogen liegt Lilian schließlich dar. Tränen laufen ihr über die Wangen. Die Worte der Elfen in dem Gasthaus gehen ihr nicht aus dem Kopf. „Verräterin!“, „Wir wollen dich nicht!“. Was hat sie nur getan, dass ihr so viel Missgunst entgegen gebracht wird. Was kann sie dafür wer sie ist? Langsam fragt sich die junge Elfe ob es eine gute Entscheidung war hier her zu kommen. An einen Ort an dem sie offenkundig nicht erwünscht ist.

Nach den Erlebnissen in Auberdine zog Lilian weiter die Dunkelküste entlang in Richtung Eschental. Es war eine gefährliche Reise die sie nicht selten an die Grenze ihrer Kräfte brachte. Darauf achtend, sich möglichst wenig vorbeiziehenden Elfen zu zeigen zog sie sich immer weiter in sich zurück und verfiel wieder stärker den Erinnerungen an ihr Leben vor alle dem.

Es ist früh zur Mittagsstunde, als Lilian die Grenzen der Dunkelküste hinter sich lässt und die dichten Laubwälder des Eschentals erreicht. Durch das Sonnenlicht, bietet sich ein intensives Schauspiel der Farben. Die durch das dichte Blätterdächer dringende Sonnenstrahlen, tauchen alles in ein grünes Licht, welches hier und da von einem gold-glitzernden Schein durchbrochen wird. Hohes saftiges Gras wiegt sich leicht im Wind und die umliegenden Gewässer schillern in einem strahlenden Blau. Am Wegesrand befinden sich einige Gewundene dicke Äste an deren Spitze eine kristallene Kugel schillert. Trotz des leichten Windes ist es recht warm. Lilian legt die Felle ab und hängt sie an Gurten über die Schulter. Der Körper der Elfe hat sich zu dem einer jungen Frau geformt. Ihre schmale Taille fließt gleichmäßig in die Rundungen ihres Beckens über. Breit ist sie nicht gebaut und ausladend sind keine Bereiche ihres Körpers. So sind ihre Brüste sehr zierlich und von der Größe eines Apfels. Ihr Po ist fest und rund aber ebenfalls wenig ausladend. Ihre Arme und Beine sind recht dünn, weisen aber dennoch deutliche ausgeprägte Muskelstränge auf. Das hellblonde Haar welches ihr mittlerweile fast bis zum Po reicht ist an einigen Stellen in sich geschlungen wie die Ranken einer Efeupflanze. Das Rote Hemd und die beige Hose aus Tierleder schmiegen sich eng wie eine zweite Haut an den Körper der Elfe. Als Waffe trägt sie lediglich einen kleinen Dolch bei sich, der aus einer einzelnen Klaue besteht und am Ende mit einem ledernen Riemen umwickelt ist.
Lilian läuft langsam aber nicht trödelig den gewundenen Pfad entlang, welcher sich vor ihr erstreckt. Ihre Augen wandern hin und her und versuchen möglichst viele Eindrücke dieses wunderschönen Ortes aufzunehmen. Friedlich scheint es hier zu sein. Die hellen Töne in der Luft, das Rauschen des Windes in den Ästen. Langsam vergisst die junge Elfe die Strapazen ihrer Reise hier her und die ablehnende Haltung der Elfen in Auberdine.
Zur frühen Abendstunde, die Sonne ist noch nicht untergegangen, doch ist ihr Licht mittlerweile mehr orange statt golden, erreicht sie schließlich das Städtchen Astranaar. Die überwiegend aus Holz gebauten Gebäude mit den lila Dächern winden sich elegant in den Himmel. Umrandet wird alles von einem Flusslauf, welcher über eine geschwungene Brücke zu überqueren ist.
Beim Überqueren der Brücke stellt sich eine Schildwache in den Weg. Die Elfe ist gut einen Kopf größer als Lilian und schaut sie mit ernster Miene an. „Wer seid Ihr?“ spricht sie bestimmend und wenig freundlich. Lilian schaut zu ihr auf. Diese Situation kommt ihr leider nur zu vertraut vor, jedoch will sie sich davon nicht unterkriegen lassen. „Seid gegrüßt Elfe. Mein Name ist Lilian. Ich kam vor einigen Tagen mit Dem Schiff an der Dunkelküste an und suche nach einem Ort an dem ich verweilen kann“. Bei der Wahl und Aussprache ihrer Worte versucht sie möglichst freundlich zu klingen und sich ihre Unsicherheit und Befangenheit nicht anmerken zu lassen. Wie auch die Elfen in dem Gasthaus in Auberdine mustert diese hier sie ganz genau und bleibt an ihrem Haar und den Augen hängen. „Ihr seid eine Hochelfe habe ich recht?“. Die Schildwache hebt die Augenbrauen. „Was bei Elune führt eine wie Euch in unser Land?“. Eindringlich schaut sie Lilian an, die stark bemüht ist souverän zu bleiben. „Ihr habt Recht. Ich bin eine Hochelfe. Aber auch eine Nachtelfe und ich suche nach einem Ort an dem ich leben kann.“ Möglichst überzeugt und mit kräftiger Stimme spricht sie und schaut die Schildwache dann ebenso eindringlich an. Diese scheint sich davon jedoch wenig beeindrucken zu lassen: „Bei Elune… Wie könnt ihr es wagen euch eine Schwester der Kaldorei zu nennen, wo durch eure Adern doch das Blut einer Hochelfe fließt!“. Die Miene der Elfe verdunkelt sich. „Unser Volk hat genug durchgemacht und die Bewohner dieses Städtchens wollen ihren Frieden. Geht dorthin zurück wo Ihr herkamt!“. Die Worte der Schildwache, so ruhig sie auch gesprochen waren, lassen durch ihre Dominanz keinen Platz für eine Diskussion. Vor Lilians innerem Auge zersplittert es wie ein berstender Spiegel. Die Freude und der innere Friede, den sie dachte an diesem Ort gefunden zu haben sind wie weggespült mit den Tränen die ihr nun über die Wangen laufen. Beschämt wendet sie sich ab und wischt sich möglichst unauffällig die Tränen weg. Als sie sich noch einmal umdreht, steht die Schildwache schon nicht mehr auf der Brücke sondern patrouilliert am Wasser entlang. Niedergeschlagen steht Lilian am Rand der Brücke, welche an sich frei begehbar, dennoch wie mit einer Barriere verschlossen scheint.
Mit der erschütternden Erkenntnis, dass sie in diesem Teil der Welt auf wenig entgegenkommen hoffen kann, macht sie sich auf Richtung Osten. Ihre Beine kommen ihr schwer vor und ihr Körper zittert. Zwar wird es durch die herannahende Nacht frischer, jedoch ist dies nicht die Ursache für die Kälte, welche sich in ihr ausbreitet.

Lange wanderte Lilian nach diesen Erlebnissen durch die Wälder des Eschentals. Nicht immer ungefährlich war ihr Weg, da der Wald, so schön er auch sein mag, tückische Gefahren unter der friedlichen Oberfläche verbirgt.

Die Tage ziehen dahin. Sonnen gehen unter, Monde gehen auf. In den ersten Tagen ihrer Reise folgt die junge Elfe weiterhin der gewundenen Straße durch die dichte Vegetation der Wälder. Hier und da tauchen zwischen den Bäumen überwucherte Ruinen alter Zivilisationen empor, deren weißer Stein in der Sonne strahlt. Durch den Bewuchs scheint es, als gehören sie genau in diesem Zustand in die Landschaft. Als wären wie einzig zu dem Zwecke dort, unterschiedlichen Arten von Pflanzen eine Heimat zu geben.
Bei diesen Gedanken dreht sich Lilian der Magen um. Wie kann es sein, dass sie an einem Ort, an dem alles seinen rechtmäßigen Platz zu haben scheint, keinen Platz für sich finden kann?
Selten begegnet sie einigen reisenden Elfen. Häufig patrouillierenden Schildwachen. Aus Angst vor weiteren Misgunsbekundungen hat sie sich daran gemacht möglichst ihr gesamtes Haar und den Großteil ihres Gesichtes unter einigen Stoffen zu verbergen. Nur selten wagt sie einen Blick auf die vorbeiziehenden, so will sie doch, dass kein Blickkontakt zustande kommt, der sie an ihren Augen verraten könnte. Mehr noch als die Blicke und Worte anderer Elfen fürchtet sie jedoch die Nacht. Es scheint als würden mit der Dunkelheit die Erinnerungen an die Vergangene Zeit von ihr Besitz ergreifen. Sie umschlingen wie unnachgiebige dornige Ranken, welche sich mit ihren Spitzen tief in ihre Seele bohren. Der Tag schafft es durch seine Eindrücke und die Möglichkeit der Wanderung die meisten dieser Empfindungen zu unterbinden. Doch die Nacht, in der ein Weiterlaufen zu gefährlich zu sein scheint und ihr durch die Finsternis jede Form der Ablenkung verwehrt zieht sie dafür um so heftiger in diese Gedanken.
Auch in dieser Nacht kauert die junge Elfe wieder in einer geschützten Felsformation abseits des Weges unter ihren Fellen. Die Hände auf die Ohren gepresst, in der Hoffnung so die Stimmen und Schreie die durch ihren Kopf jagen zu unterbinden. Vergebens. Einzig die Erschöpfung des Tages und die geringe Kraft durch die stark mangelnde Ernährung schaffen es immer wieder sie in den Schlaf zu schicken.
Geschüttelt von einem Krampfhaften Schmerz wacht Lilian auf. Ihr Magen scheint sich um sich selber zu drehen. Seit Tagen hat sie nichts gegessen und die körperlichen Anstrengungen der Reise fordern langsam ihren Tribut. Als sie sich aufrichten will, fängt die Welt um sie herum an sich zu drehen und zu flimmern. Durch häufiges Blinzeln versucht sie eine klare Sicht zu bekommen. Aussichtslos. Das Meer von Farben verschwimmt zu einer kontrastlosen Masse, ehe es schwarz wird.

Ein recht ungleichmäßiges Ruckeln und Rattern holt sie aus ihren Träumen. Ihr Körper vibriert. Die Sicht vor ihren Augen ist weiterhin getrübt, dennoch kann Lilian vor sich eine Straße erkennen, über welche sie zu gleiten scheint. Vorsichtig und geschwächt dreht sie den Kopf und erkennt neben sich ein massives mit Eisen beschlagenes Rad. Sie muss auf einer Kutsche, einem Karren oder etwas ähnlichem liegen. Als sie langsam den Kopf hebt, hält der Wagen an. Eine quietschende Stimmte sagt etwas, deren Inhalt Lilian jedoch nicht verstehen kann. Schließlich verdunkelt sich die Sonne über ihr und sie blinzelt. Vor ihren Augen erkennt sie ein Gesicht aus dem eine lange spitze Nase reicht. Gelbe Augen funkeln sie an und zwei ebenfalls so gelbe spitze Eckzähne bahnen sich ihren Weg zwischen den Lippen der Kreatur entlang der Nase. Haare kann die Elfe nirgendwo entdecken. Dafür jedoch zwei lange spitze Ohren, die zu den Seiten abstehen. Das Geschöpf mustert sie und fummelt mit den Händen an ihrem Gesicht, ihren Haaren und ihren Ohren herum, während es in dieser quietischigen Stimmen vor sich hin murmelt. Als es sich erhebt, erkennt Lilian, dass die Kreatur kaum größer als ein kleines Menschenkind ist. Die Kleidung ist aus grobem Leder gefertigt und das Fell eines glücklosen Fuchses schmückt den Hals und die Schultern des Wesens. Ehe die junge Elfe realisiert was los ist, stopft das Geschöpf ihr etwas in den Mund. Zunächst würgt sie als die feste trockene Masse sich auf ihren Zunge drückt und versucht es auszuspucken. Dann bemerkt sie, dass es sich lediglich um etwas Brot handelt. Vorsichtig kauend zerteilt Lilian die Stücke im Mund. Ihr Magen beginnt zu in Erwartung endlich wieder etwas zu tun zu bekommen zu rumoren. Als die Elfe es geschafft hat den trockenen Bissen hinunter zu würgen, öffnet  sie wieder den Mund, in der Hoffnung einen weiteren Bissen zu bekommen. Einige Zeit vergeht und das Brummen ihres Magens verstummt allmählich. Ihr Mund und ihre Speiseröhre fühlen sich trocken an. Umso gieriger lechzt sie nach dem Wasser welches kurz nach dem Brot ihre Lippen benetzt. Mit kräftigen Zügen nimmt Lilian das kühle Nass in sich auf. So hastig, dass es ihr zu Teilen an den Wangen hinunterläuft. Es fühlt sich wundervoll an und ein leichtes Kribbeln durchdringt ihren Körper als er sich der Stärkung bewusst wird. Dankbar lächelt sie dem grünen Geschöpf zu, ehe ihr Kopf wieder schwer auf den Karren singt und sie die Augen schließt.

Ein Kitzeln an ihrer Nase reißt Lilian aus dem Schlaf. Geblendet von hellem weißem Licht blinzelt sie und schaut mit zusammengekniffenen Augen an sich herunter. Die Felle die ihren Körper bedecken sind von einer leichten weißen Schichte bedeckt, die wie Watte darauf zu ruhen scheint. Dem Schaukeln nach zu urteilen, liegt sie noch immer auf dem Karren. Das laute Rattern ist jedoch weniger geworden und hat eher das Geräusch eines dumpfen Knirschens angenommen. Als Lilians Augen sich langsam an das helle Licht gewöhnt haben, entdeckt sie, dass alles um sie herum in diese weiße Watte eingepackt ist. Vorsichtig tastet sie danach. Es fühlt sich kalt an. Als sie etwas davon in die Hand nimmt klebt die Masse zunächst zusammen und verwandelt sich allmählich in Wasser.
Das muss Schnee sein, fällt ihr ein. Schon oft hatte sie davon gelesen. In den Büchern in der großen Bücherhalle in Silbermond. Eines davon war ihr beim Putzen auf den Kopf gefallen. Gesehen hatte sie diesen jedoch noch nicht. Bei dem Gedanken daran werden ihre Augen feucht und kleine Rinnsale von Tränen bahnen sich den Weg über ihre Wangen. Was würde sie nur darum geben wieder von ihrer Lehrerin ausgeschimpft und zum Putzen verdonnert zu werden. Zwar hatte sie dies immer verabscheut, da sie sich ungerecht behandelt fühlte aber zu der Zeit war ihre Welt noch in Ordnung.
Erst als die Tränen über ihr Gesicht wandern, merkt Lilian wie kalt es ist. Schnell zieht sie die Felle die auf ihr ruhen enger an ihren Körper und ihr Gesicht. Dies stellt sich jedoch als gar nicht so leicht heraus, da ihre Arme und Beine sich wie erstarrt anfühlen.

Nach einer Weile, es mögen noch gut zwei Stunden gewesen sein in denen die Elfe ihren Gedanken übergeben auf dem Karren unter den Fellen liegt, wird das Knirschen der Räder im Schnee weniger und das Schaukeln ebenso. Schließlich hält der Wagen und Lilian hört wie etwas auf dem Schnee aufschlägt und dann schlurfend an ihr vorbei zieht. Im nächsten Moment hört sie diese quietschende Stimme: „Auf, auf mit Euch Langohr! Die Fahrt ist zu Ende“. Etwas irritiert hebt Lilian den Kopf und sieht die kleine grüne Gestalt am Ende des Wagens stehen. Eine Hand fordernd in ihre Richtung streckend. Zögernd schaut sie sich um. Außerdem ist das Aufstehen gar nicht so einfach. Ihr Körper scheint durch das Ruckeln des Karren völlig verspannt zu sein und sich nicht kontrollieren zu lassen.
„Trödelt nicht Langohr!“ quietscht die Stimme herrischer, ehe das Wesen auf den Karren springt und an ihren Gliedmaßen zieht um sie auf die Beine zu bringen. Schwer atmend und fast in sich zusammensackend tritt Lilian auf. Ihre Knie zittern und ihre Muskeln fühlen sich wie Pudding an. Nur mit Mühe und gestützt von dem Karren kann sie sich auf den Beinen halten. Dankbar dafür, dass das kleine grüne Männchen sie nicht weiter triezt, tippelt sie vorsichtig von einem Bein auf das Andere um wieder etwas Gefühl in den Beinen zu bekommen. Langsam löst sie sich vom dem Karren als sie glaubt ihren Beinen wieder vertrauen zu können. Zwar wackeln diese noch stark unter ihrem Gewicht, jedoch verweigern sie ihr nicht den Halt.
Vor ihr liegt ein kleines Dorf hinter hohen Mauern, welche sich farblich kaum vom Schnee der sie bedeckt abheben. Zwei riesige mit Eisen beschlagene Holzflügel geben einen Durchgang ins innere Frei. Zwischen ihnen steht die kleine Kreatur und winkt sie heran. „Kommt, kommt!“ ruft sie.
Vorsichtig bewegt Lilian ihre Beine und tastet sich behutsam durch die weiße Masse am Boden. An der Mauer entdeckt sie unter einem aus Holz und mit blauen Tüchern gebauten Unterstand einige Pferde, riesige Wölfe und andere Kreaturen auf denen man scheinbar reiten kann. Links und rechts neben dem stehen zwei andere kleine grüne Wesen. Das Aussehen dieser gleicht dem, mit dem sie hergekommen war. Ihre gelben Augen starren sie an und ein fieses Grinsen zeichnet sich auf ihren Gesichtern ab. Eine der beiden Kreaturen hat einige goldene Ringe in seinem Ohr befestigt.
Als Lilian an ihnen vorbei durch das Tor tritt, liegt vor ihr eine kleine Siedlung mit rundlichen, fast wie Kugeln aussehende Häuschen. An den Wegen entlang stehen Fackeln, welche den Schnee um sich in ein orange-gelbes Licht tauchen. Vereinzelt ragen riesige Tannen empor. Lilian bleibt stehen und schaut sich neugierig um, als sie wieder von dieser Stimme angekrächzt wird „Hier her Langohr! Hier ist es warm! Nicht trödeln!“. Das kleine grüne Männchen steht vor einer der größeren Kugeln und winkt sie zu sich heran. Neugierig folgt sie ihm ins Innere. Sehr warm ist es nicht. Aber wärmer als draußen. Das Innere des Gebäudes besteht aus einem einzigen großen Raum. In der Mitte steht auf einem roten, recht abgetretenen und verschmutzten Teppich ein großer klobiger Holztisch. Drum herum einige dazu passende Stühle. An der Wand zu ihrer rechten sind mehrere Netzte gespannt. In einigen davon liegt jemand. Gegenüber des Eingangs steht ein Tisch der mit altem und frischem Blut beschmiert ist. Daneben hängen an einer Holzkonstruktion einige Fleischteile. Am Tisch sitzen vereinzelt diese keinen grünen Kreaturen. Aber auch zwei Menschen sind zu erkennen. Als sie die Elfe bemerken drehen sie sich kurz um und mustern sie interessiert. Lilian spürt wie sich ein Klos im in ihrem Hals bildet. Ob gleich wieder abfällige Bemerkungen über sie hereinbrechen? Doch ehe sie sie die Situation verarbeiten kann, wenden die interessierten Gesichter sich wieder von ihr ab und vertiefen sich in Gespräche. Niemanden scheint es zu interessieren dass sie da ist.
Ein leichter Säufzer entgleitet ihr. Vielleicht kann sie hier endlich etwas zur Ruhe kommen.
Die Kreatur mit der sie her kam deutet auf einen freien Stuhl und stellt einen Teller voll Fleisch und Bort auf den Tisch davor. Unsicher aber vom Hunger getrieben tritt Lilian heran und setzt sich.
Ihr Blick wandert über die anderen Gestalten am Tisch, die sie weiterhin nicht beachten. Nach einer Weile, ihr Magen hat wieder angefangen zu knurren, nimmt sie etwas Brot und stopft es sich vorsichtig in den Mund. Ihre Augen wandern dabei immer wieder über die anderen Besucher dieses Hauses. Aus Angst, sie würde das Wort erheben sobald sie von ihren Speisen isst.
Das Bort ist trocken und das Fleisch etwas zäh. Aber im Vergleich zu dem was die junge Elfe in den letzten Tagen und Wochen gegessen hat, ist es wie ein Festmahl für ihren Gaumen. Viel kann sie jedoch nicht essen, da ihr Magen sich schon nach einigen Bissen zusammenzieht. Zu lange ist eine vernünftige Mahlzeit her. Und dennoch, schon die paar Stücke Bort und Fleisch scheinen sie wieder etwas zu Kräften kommen zu lassen. Als sie die letzte Ladung in ihrem Mund heruntergeschluckt hat, tritt das kleine grüne Wesen an sie heran und zieht sie recht grob vom Stuhl „Komm Langohr. Du musst schlafen!“. Überrascht lässt Lilian sich hinter ihm herziehen in Richtung der Netze an der Wand. „Du musst bezahlen Langohr. Du nicht umsonst hier sein!“. Er streckt die Hände aus. Wartend auf eine Bezahlung. Lilian schaut ihn verwirrt an. Was soll sie ihm nur geben? Gold, Silber oder doch nur etwas Kupfer? Leider hat sie nichts von alle dem. Aus Angst sie könnte wieder hinaus in die Kälte geschickt werden, greift sie nach dem Dolch den sie bei sich trägt. Sofort springen die Gestalten am Tisch auf. Die Hände an den Waffen, bereit auf sie loszugehen, sollte sie eine Dummheit versuchen. Ihre Augen starren ernst und wachsam die Elfe an. Erschrocken über diese plötzlich eingetretene Situation starrt Lilian zitternd in die Runde. „Ich… ich habe nur… den Dolch“ spricht sie zitternd ehe sie diesen vorsichtig aus dem Gürtel zieht. „Ich habe kein Gold mit dem ich zahlen kann… Nur den Dolch…“. Ihre Stimme klingt dünn und verängstigt, als sie den Dolch in der Handfläche liegend dem grünen Geschöpf entgegenstreckt. Dies mustert die Klinge und dann die Elfe. Ein kurzes gemeines Grinsen huscht über sein Gesicht, erreicht aber nicht seine Augen. Ehe Lilian sich versieht, greift es nach der Klinge und marschiert von dannen. Die anderen Besucher wenden sich sogleich ab und wenden sich wieder ihren Gesprächen zu, als sei nichts gewesen.

Seit einigen Tagen ist Lilian nun in der „Ewigen Warte“. Von den Menschen dort hat sie erfahren, dass die grünen Wesen Goblins genannt werden. Heimtückische Kreaturen, die nur so lange den Schein von Freundlichkeit wahren, so lange sie Genug Besitztümer hat, die sie ihnen geben kann. Da sie keine weiteren Besitztümer von Wert bei sich hatte, beschloss die junge Elfe die sicheren Mauern des kleinen Dorfes zu verlassen. Ganz geheuer waren ihr diese kleinen grünen Geschöpfe sowieso nicht.
In einer heruntergekommenen Hütte in den Wäldern, fand sie schließlich Zuflucht und begann damit sich häuslich einzurichten. Die Einsamkeit wirkte wie ein Balsam für ihre Seele. Es gab niemanden vor dem sie sich erklären oder verantworten müsste.


Der Schnee liegt hoch an jenem Tag, als Lilian sich einen Weg durch die Wälder bahnt. Sanft raschelt er unter ihren Schritten, welche tiefe Abdrücke hinterlassen. Einige Felle kleiden den Körper der jungen Elfe. Eine Kapuze hängt tief ins Gesicht unter der ihr langes blondes Haar zu einem Zopf geflochten bis fast zur Taille reicht. Mit dicken Gurten sind eine Tasche aus Leder und ein Köcher voller Pfeile auf ihren Rücken geschnallt. In ihrer Hand trägt sie einen Aus Tannenholz gefertigten Bogen. Es ist ein einfaches Stück. Die Wurfarme sind geschält und mit ein paar selbst geschnitzten Mustern versehen. Der mittlere Teil ist mit einem dünnen Fell und einigen Schnüren bestückt und an den Enden gibt es einige Furchen, in denen die Sehne eingespannt ist. Da sie ihren Dolch abgegeben hat, war diese Waffe die einzige Möglichkeit, die der jungen Elfe in den Sinn kam um sich Nahrung zu besorgen und im Falle eines Angriffs sich zu verteidigen.
Lilians Ohren zucken, als sie ein knurren unweit von sich entfernt wahrnimmt. Sofort geht sie hinter einem Busch in Deckung und späht vorsichtig durch die verschneiten Äste auf eine Lichtung vor sich.
Auf der freien Fläche zwischen den Bäumen tollen einige kleine Katzen. Ihr weißes Fell passt sich perfekt dem mit Schnee bedeckten Boden an. Lediglich ihre silbernen Streifen auf dem Rücken geben sich etwas davon ab und funkeln in der Sonne.
Unbeholfen tollen die winzigen Raubkatzen herum, wälzen sich im Schnee und tragen untereinander kleine Kämpfe aus die jedoch mehr einem etwas wilderen Kuscheln ähneln. Gebannt von Anblick und mit einem Lächeln im Gesicht schaut Lilian aus ihrem Versteck den kleinen Geschöpfen eine Zeit lang zu. Schließlich bemerkt sie weiter am Waldesrand eine kleine Katze die zusammengekauert unter einem Baum den anderen beim Spielen zuschaut. Ebenso wie die anderen, hat auch diese ein schneeweißes Fell. Jedoch sind die Streife die den Rücken zieren nicht silbern sondern orange.
Immer wenn eine der anderen Katze in die Nähe dieser kommt, richtet sie sich auf und wedelt freudig mit dem Schwanz. Die anderen scheinen diese jedoch nicht in ihr Spiel integrieren zu wollen und so sinkt die orange getigerte Katze immer wieder traurig zu Boden, wenn die anderen sich entfernen.
Mitleid steigt in Lilian auf, so kennt sie dieses Gefühl doch leider zu gut. Wehmütig ruht ihr Blick auf der kleinen Katze die da alleine unter dem Baum sitzt. Im nächsten Moment jedoch fliegt ein tiefes Knurren an ihr Ohr, was sie schlagartig aus ihren Gedanken wirft. Eine große Katze, Auf den Hinterbeinen mag sie sicher so groß, wenn nicht sogar größer als Lilian sein, betritt die Lichtung. Lilian duckt sich tiefer hinter den Busch und nimmt einen Pfeil aus ihrem Köcher um diesen in den Bogen zu spannen. Ihre Atmung verringert sich um nicht zu viel Lärm zu machen. Ihre Augen verengen sich zu Schlitzen und fixieren die riesige Katze, welche sich elegant durch den Schnee schiebt. Die Jungtiere maunzen und umspringen ihre Mutter, die behutsam mit der Pfote nach ihnen klatscht um sie spaßeshalber in den Schnee zu schubsen. Lilian lässt den Bogen sinken und beobachtet das Schauspiel. Darauf bedacht sich nicht zu bewegen um sich nicht durch ein Rascheln des Schnees oder des Busches vor ihr zu verraten.
Einige Zeit vergeht, ehe die Mutter mit ihren Jungtieren die Lichtung verlässt. Lediglich das kleine orange getigerte sitzt noch einsam unter seinem Baum und schaut traurig in die Richtung in welche die anderen verschwunden sind. Der Anblick trübt den Blick der jungen Elfe und ihre Augen füllen sich ein wenig mit Tränen. Das Gefühl der Einsamkeit, der Abgewiesenheit, der Unerwünschtheit, sie kann es in diesem kleinen weiß-orangen Häufchen spüren.
Nach einigen Minuten in denen sie noch warten wollte, ob die große Katze nicht doch zurück kommt, verlässt Lilian langsam ihr Versteck, schultert den Bogen und tritt vorsichtig, die Gegend im Blick behaltend auf die Lichtung. Behutsam näher die junge Elfe sich dem kleinen zitternden Häufchen Elend. Die kleine Katze beginnt zu fauchen und etwas zurück zu weichen als Lilian sich ihr nähert. Langsam geht sie auf die Knie und nimmt die Kapuze ab. „Hey meine kleine“ spricht sie ruhig und nicht zu laut. „Ich tue dir nichts“. Lilian mustert die kleine Katze und lächelt. „Was machst du denn so alleine hier? Wieso bist du nicht mit den anderen mitgegangen?“. Die Katze faucht sie noch immer an und fährt ihre winzigen Krallen aus, während sie nach links und rechts tippelt als wolle sie die Elfe umkreisen. Eine Weile bleibt Lilian ruhig sitzen und fixiert die Katze. Schließlich bewegt sie sich um die Ledertasche von ihrem Rücken zu lösen. Sofort faucht die kleine Katze lauter und fuchtelt mit der Pfote bedrohlich in der Luft umher. „Hab keine Angst… Ich tu dir nichts. Dies ist nur eine Tasche… Ich will sehen ob ich etwas zu Essen dabei habe“. Vorsichtig und langsam öffnet Lilian die Tasche und kramt nach etwas essbarem. Ein wenig trockenes Fleisch befindet sich darin. Lächelnd streckt die Elfe die Hand mit dem Fleisch darin in Richtung der Katze und wirft es ihr vor die Pfoten. Der kleine Tiger schreckt zurück und faucht wieder in diesem hohen kaum bedrohlich klingenden Ton. Dann schnuppert sie an dem Fleisch und zieht es blitzschnell an sich heran.
Einige Zeit vergeht, vielleicht ein Stunde, vielleicht mehr. Lilian sitzt noch immer ruhig im Schnee und beobachtet die kleine Katze vor sich. Diese hat das Stück Fleisch und einige andere längst heruntergeschlungen und liegt nun relativ unbeweglich da. Den Kopf auf den Pfoten abgelegt. Die Augen fixieren jedoch weiterhin die Elfe. Langsam bewegt Lilian sich auf sie zu. Sofort schnellt er Kopf der Katze nach oben und sie beginnt wieder zu fauchen. Behutsam streckt die Elfe die Hand aus bis kurz vor das Gesicht der Katze. Diese schlägt mit der Pfote danach und faucht. Als Lilian jedoch nicht zurück weicht, richtet sie sich auf und beginnt vorsichtig an ihr zu schnuppern. Nach einigen Minuten streckt die junge Elfe ihre Hand weiter aus und berührt sanft den Kopf der kleinen Katze um sie zu streicheln. Zunächst zuckt diese unter Protesten zurück, gibt sich dann jedoch den Streicheleinheiten hin und nähert sich.
Lilian streckt ihr langsam die zweite Hand entgegen um sie zu greifen und an sich heran zu ziehen. Zunächst strampelt das kleine Fellmonster in ihren Händen und beginnt wieder zu fauchen – es scheint ihr nicht zu gefallen – als sie jedoch in den Armen der Elfe liegt und diese sie beruhigend krault, scheint der Protest vorüber zu sein. „Hey meine kleine“ murmelt Lilian „Hast du Lust mich zu begleiten?“. Ein breites Lächeln zeichnet sich auf dem Gesicht der Elfe ab „Nun ja… Eigentlich hast du gar keine andere Wahl… Du bist einfach zu süß, als dass ich dich je wieder loslassen könnte“. Behutsam legt Lilian ihre Hand auf den Bauch der Katze, welche sofort nach dieser greift und anfängt auf ihren Fingern zu kauen. Zwar sind ihre kleinen Zähne zu spüren, scheinen jedoch noch nicht kräftig genug zu sein um wirkliche Verletzungen hervorrufen zu können.

Monate sind seit der Begegnung von Lilian und der kleinen orange-getigerten Katze vergangen. Seit dem Tag  ihrer Begegnung sind die beiden unzertrennlich. Die ähnlichen Erfahrungen der Unerwünschtheit scheinen die beiden enger miteinander zu verbinden, als es eine Beziehung zu anderen gleichen Volkes könnte. Die Katze, welche Lilian Chloey genannt hat ist bereits um einiges größer und stärker geworden. Fast so groß wie die Elfe selber. Auch wenn sie ihre Stärke gegenüber ihrer Gefährtin versucht mit Bedacht einzusetzen, erscheint dies nicht immer zu glücken, zumal auch die Sturheit Chloeys der von Lilian in keinster Weise hintenan steht, was nicht selten zu Auseinandersetzungen führt.

Abspann
Vor gut sechs Jahren ist die junge Elfe aus ihrer Heimat Silbermond geflohen. Die Zeit hat Spuren an ihr hinterlassen. Die immer wieder aufflammenden Bilder des Schicksals ihres Volkes und die Ablehnung aller anderen, haben sich stark in ihre Seele gebrannt. Um mit diesen Eindrücken umzugehen, hat Lilian im Laufe ihrer Abgeschiedenheit in der kleinen Hütte im Wald von Winterquell damit begonnen eine Art Schutzschild um ihre gefolterte Seele zu errichten. Im Zuge dessen kam ihr die Idee, dieses Kapitel ihres Lebens mit dem Namen der zu diesem gehört, für alle Zeit darunter zu begraben.
Der Name Lillie, welchen sie selber sehr süß findet, soll schließlich das Symbol ihrer neuen Persönlichkeit werden. Ebenso wie ihre Erscheinung.
Von den Menschen hat sie gelernt, dass es möglich ist dem Haar eine andere Farbe zu verleihen. Im Sinne ihres Volkes entschied sie sich für einen grünen Farbton, welcher aufgrund ihrer hellen blonden Haare jedoch mehr Türkise zu schillern scheint. Die Tätowierungen um die Augen herum, welche mehr als schmerzhaft waren, sollten gleich zwei Zwecke erfüllen. Zum einen wollte die junge Elfe mit dieser eine Verbundenheit zu ihrem Volk darstellen, zum anderen sollte das Motiv – Die Phönixschwingen – ihren Aufstieg und Neuanfang symbolisieren.  

Es war ein warmer Morgen, als Lillie, gefolgt von ihrer Katze Chloey, die kleine Hütte hinter sich lässt um ihren Weg fortzusetzen. Von reisenden hörte sie, dass schreckliche Gefahren die Welt heimsuchen würden und tapfere Krieger gebraucht werden um diese zu bezwingen. Eine Vorstellung, die der jungen Elfe wenig zusagte:
„Bitte was? *zeigt den Reisenden einen Vogel* Ihr habt sie doch nicht mehr alle… Ganz sicher lasse ich mich nicht von irgend so einem dummen Drachenvieh grillen wie so ein Brathähnchen. *mustert die beiden leicht verdutzten Männer* Ihr seht dämlich genug aus das zu machen. *grinst frech* Ich wünsch euch viel Spaß dabei… Ach ja… Wenn es euch erwischt, schreit nicht so laut rum. Das nervt total! Wie diese neuartigen Erfindungen der Gnome die herabgefallene Blätter durch die Gegend pusten. Da will man mal ausschlafen, entscheidet sich dann aber gezwungendermaßen dafür dem lieblichen gesumme dieser Todesmaschinen fürs Gehör zu lauschen... *wendet sich dann Chloey zu* Na komm Süße… Lass und weiter. Ich will mir neue Kleider kaufen… Oder hast du Bock dich diesen Idioten anzuschließen?“.
Mit diesen Worten stapfte die junge Jägerin trällernd an den beiden recht zerknirscht dreinblickenden Männern vorbei, welchen sie auf dem Weg noch einen Kuss zu hauchte…
« Letzte Änderung: 26. August 2017, 11:47:28 von Líllí » Gespeichert
Blackwonder
Gast
« Antworten #1 am: 11. April 2017, 18:47:11 »

Hi liebe Kathi,


was kann man mehr zu dieser traurig, schönen Geschichte bemerken als....

                               - - - - -  w u n d e r s c h ö n  - - - - -
 
Liebe Grüße
Mila

Gespeichert
Osgrim, Sohn des Anegrim
Gast
« Antworten #2 am: 10. September 2017, 13:45:18 »

Srüße Kathi, servus liebe Freunde

Nunja, nachdem Die Page wieder aktuell ist und wir ein paar bereiche füllen möchten,
wollte ich fragen ob Du damit einverstanden bist, dein Epos auf die Homepage stellen zu lassen.

Gib mir bitte bescheid sobald zu zurück bist.

Alles liebe
Michel
Gespeichert
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