Sanktima und das Erbe des Blutes

 

Shanyala wurde als Tochter einer Schildwache der Mondfederfeste geboren. Über ihren Vater kennt sie bislang keinerlei Informationen. Im Alter von 250 Jahren begann sie auf der Mondlichtung als Druidenschülerin. Sie stellte sich durchaus geschickt an, war aber sicher keine Überfliegerin. Jedoch ihre Logik und ihre Besonnenheit waren bei Lehrern und Schülern gleichermaßen beliebt und Shanyala war gut in ihre Gruppe integriert. Als erste ihres Jahrganges traf sie auf einen Tiergeist, der ihr die Annahme seiner Gestalt erlaubte. Dieser Tiergeist brachte ihr auch ihren endgültigen Elfen-Namen: Shan' yala ba (der geehrte, weiße Rabe). Sie war so interessiert und motiviert, dass sie sogar in ihrem Heimatdorf Mondfederfeste weiter lernte. Dies unter der Aufsicht des alten Quintis Lebenshand, der ihr schon früh als Vaterersatz diente, wenn ihre Mutter wieder mit den Wachen unterwegs in Feralas war. Quintis war es letztlich auch, der seine Elevin in verhängnisvolle Entwicklungen verstrickte. Als Fandral Hirschhaupt nämlich kurz nach dem Verschwinden von Malfurion Sturmgrimm damit begann, Morgenkorn im großen Umfang zu sammeln, war er der einzige, der argwöhnte und dem Erzdruiden auf die Schliche kommen wollte. Seine gelehrige Schülerin Shanyala spannte er also gleich mit in seine geheimen Untersuchungen ein. Diese schnüffelte heimlich auf der Mondfederfeste hinter Fandral her, was ihr natürlich aufgrund ihrer Jugend und Unerfahrenheit kaum gelingen konnte. Eines Tages stolperte sie jedoch über eine Holzkiste und wurde von Fandral bei dem Versuch ertappt, den Deckel zu öffnen. Der Erzdruide, eh ein Gegner von weiblichen Zirkelmitgliedern und erbost, weil es sich tatsächlich um eine Kiste mit Morgenkorn handelte, die er geheim nach Mondlichtung hatte bringen lassen, stauchte die Schülerin zusammen und hatte fortan ein waches Auge auf sie. Hierüber bekam er von den Ermittlungen Quintis´Wind und beschloss, diesem Treiben ein Ende zu bereiten.
Gemeinsam mit Xavius, dem Alptraumfürsten, der seinerseits Fandral kontrollierte und Malfurion durch Fandrals Hand im Alptraum gefangen nahm, wurde die Jagd auf Quintis und seine Shanyala eröffnet. Quintis wurde korrumpiert und in einen Satyrn verwandelt, Shanyala wurde in den Alptraum verschleppt, damit sie ihr bisheriges Wissen nicht kundtun konnte. Ihr Körper wurde in einem alten Wachturm auf einer kleinen Insel im Dumontsee (Feralas) eingesperrt. Die Insel und der Turm wurden von einem korrumpierten grünen Drachen bewacht. Als Xavius und Fandral erschienen, um das Mädchen in den Traum zu schleppen, versuchte Shanyala in einer verzweifelten letzten Anstrengung, sich in den weißen Raben zu verwandeln. Vor lauter Angst schreckenstarr geworden, sprossen jedoch nur hinter beiden Ohren eine Handvoll Federn. Fortan wandelte die Seele der Elfin durch die Nebel des Alptraums und ein Jahr kam ihr wie 50 vor, so ist sie sich heute über ihr tatsächliches Alter im unklaren und hält sich selber für 147 Jahre älter, als sie tatsächlich ist.
Als Fandral und Xavius nach dem Cataclysmus fielen, gelangte eine kleine Forschergruppe zufällig auf die Insel im Dumontsee und besiegte den Drachen. Dadurch wurden Shanys Körper und Seele befreit. Jedoch hinterließ der Alptraum deutliche Spuren und ließ in ihr die Gewissheit zurück, als Schülerin versagt zu haben und niemals eine Verwandlung hinbekommen zu haben. Ebenso glaubt sie, in Schimpf und Schande von der Schule geflogen zu sein. Nur langsam bröckeln wahre Erinnerung hervor. Die Geschichte ihrer Eltern ist eine eigene und irgendwann werde ich Shanyala danach forschen lassen.

 

Shanyala Federkiel

Der Wind war rau und seltsam kühl. Er schien Stimmen aus dunkler Vergangenheit herbei zu tragen. Eisig zerrte er an den kleinen Federbüscheln, die der Elfe hinter den Ohren sprossen und wirbelte sie flatternd umher. Graue, schwere Wolken verdunkelten den Himmel und ließen einen weiteren Regentag erahnen.
Shanyala saß im hohen Gras hinter einer der großen Wurzeln des Wohnbaumes, fröstelnd die Knie an den Leib gezogen und mit den Armen fest umschlungen. Ihr Kopf ruhte auf den Unterarmen. Sie atmete tief und schwer, als würde sie schlafen. Lediglich das rechte Ohr, hinter dessen Muschel das Federbüschel vom Wind zerzaust wurde, zuckte dann und wann, wenn eine Daune sich vorwitzig in das Innere des Ohres bog.
Neben den Füßen der Kaldorei lag ein altes, abgegriffenes Lederbuch, dessen Seiten teilweise seitlich herausragten. Ein paar zerknüllte Fetzen Papier lagen im Gras um die Elfe herum verstreut, während der Wind sie zwischen den rauschenden Grashalmen umhertanzen ließ.
Die Erinnerungen aus diesem Buch und auf den herausgerissenen Seiten waren alt, älter als die Alpträume, älter als die Gefangenschaft, älter als der Cataclysmus. Und sie stammten aus friedlichren Zeiten. Dennoch. Ihre Stimmen waren angsteinflößend, verunsichernd. Was war Traum, was war real?
Shanyala wollte diese Texte nicht mehr lesen, das waren nicht ihre Aufzeichnungen, diese Shanyala gab es nicht mehr, hat es vielleicht nie gegeben. Eine Seite hatte sie gelesen, mehr ging nicht. Zu glatt, zu fröhlich, zu unbedarft war das, was dort stand.
Schon das Jahr konnte nicht stimmen. Drei Jahre alt sollte der Eintrag sein? Lächerlich. Das Kind, das dort schrieb war gerade 287 Jahre alt. Shanyala aber war 437.... es konnte also nicht ihr eigener Text sein. 150 Jahre war sie gefangen....im Nebel....im Grün.... im Satyrnwald....
Das Tagebuch war nicht ihres, niemals. Ein solch unbeschwertes Leben hatte sie nicht. Nicht vor drei Jahren, niemals.

Die Nebel fingen ihren Geist wieder ein. 150 Jahre, dichte, grünblaue Schwaden, dicht, so dicht. Ohne Orientierung wanderte sie umher. Stetig hörte sie diese Stimmen, den Satyrn, Meister Fandral. Fandral war der schlimmste überhaupt. Immer wieder legte er die Finger in ihre Wunde. Sein wutverzerrtes Gesicht tauchte aus dem grünen Nebel auf und schrie sie an: "Du bist ein Nichts. DU willst eine Druidin sein? Die einfachsten Verwandlungen bekommst du nicht hin." Hohnlachen. "Schau dich an, ein Mädchen, eine neugierige kleine Göre, eine Schande für den Zirkel. Mach dich hinfort. Geh, und komm niemals wieder auf diese Lichtung....."
Dann wieder das meckernde, ziegenartige Lachen des Satyrn, der üble Geruch nach nassem Ziegenfell, die dichten Schwaden, die Shanyala ohne Orientierung zurückließen..... lange, zu lange....wie lange?.....150 Jahre!?......sie wusste es nicht.....
Dann Stimmen, dumpf, aber freundlich. Ein Klopfen und Klappern, als würde im dichten Nebel jemand versuchen, das Schloß einer Türe zu knacken. Dann wieder nichts....nur Nebel. Grün. Blau. Fandrals Fratze. Doch diesmal schimpfte er nicht, er schrie. Schrie ein fauchendes, schnaubendes, tosendes Klagen, wie die Stimme eines Drachen. Wieder dumpfe Stimmen, aufgeregt. Waffenklimpern. Kampfgeheul. Dann Ruhe....einen Wimpernschlag, zwei......die Nebel lichteten sich etwas. Ein lauter Knall. Shanyala fiel, fiel aus den grünen Schwaden in tiefe Schwärze, in die Ewigkeit, in den Schlaf, in die Freiheit.......

 

Erster Teil

Felanya rief die Gemeinschaft nach Desolace, zu Karnums Lichtung, um sie bei Ermittlungen zu unterstützen, die ihrer Meinung nach von höchster Brisanz seien.
Die Ermittlerin hatte rund um den Baum der Gemeinschaft (und sogar im Geminschaftsraum) zusammengeknüllte Seiten aus einem Tagebuch gefunden. Diese enthielten Hinweise auf ein besonderes Korn, nämlich das Morgenkorn.
Ein gewisser Quintis Lebenshand habe demnach herausgefunden, dass der inzwischen gefallene Erzdruide Fandral Hirschhaupt sich sehr für Morgenkorn interessiere und vermutlich eine Schurkerei damit plane. Das Tagebuch schien einer Druidenschülerin zu gehören, die engere Kontakte zu Quintis unterhielt. Die Aufzeichnugen endeten allerdings abruppt, kurz vor oder um den Cataclysmus.
Felanya hat den Verdacht, dass hier ein Verbrechen vertuscht werden soll und will herausfinden, worin der Bezug zum Baum der Gemeinschaft liegt.

Freunde aus den Reihen der Gilde "Licht und Schatten", die dem Ruf Felanyas folgen konnten, sind entschlossen, ihr bei den Ermittlungen zu helfen.
Nach nur einem halben Tag auf der Lichtung fühlt sich Köchin Erbsi Kirchenmaus schon soweit sicher, dass sie sich von Felanya überrumpeln und zur Chefermittlerin ernennen lässt. Nathimna setzt all ihr pädagogisches und diplomatisches Geschick ein, um Erbsi immer wieder auf den richtigen Pfad zu setzen und vor allen Dingen unter den Umhängen der Mitreisenden hervorzuziehen. Lyanera fühlt sich in Anwesenheit so vieler Elfen und Tauren etwas beklommen und versucht, sich in ihrer forschen Art - mehr oder weniger gelingend - zurückzunehmen, Ainu ist sichtlich erschlagen von den vielen Eindrücken des westlichen Kontinents und mehr damit beschäftigt, die kaldoreiischen Gepflogenheiten zu verstehen, Lenaiya hält sich besonnen im Hintergrund und vermittelt mehrfach an entscheidender Stelle zwischen ihrem Volk und der Gemeinschaft, die dunkle Jeannie mausert sich zur Logistikexpertin und ruft die Gruppe unter Einsatz ihrer Kräfte zusammen und Felanya, in ihrer etwas steifen gilneeischen Art, ist so sehr mit ihren Aufzeichnungen beschäftigt, dass sie kaum etwas zu den Ermittlungen beitragen kann.

In Karnums Lichtung erfährt die Gruppe von einer Botanikerin (nachdem man sich verständigt hat, ob man Krümelkorn, Morgenblüte, Mondkorn oder einfach nur irgendwas suche), dass einer ihrer Kollegen in der Mondfederfeste - Quintis Lebenshand - sich mit den düsteren Nebenwirkungen von Morgenkorn beschäftigte. Seit dem Cataclysmus habe aber selbst Ferrah, die Botanikerin, nichts mehr von ihm gehört.
Die Gruppe begibt sich also auf die Reise in die Mondfederfeste, bzw. zu deren neuem Standort.

Beim Abstieg zur Festung erfahren die Gefährtinnen durch Nathimna und Lenaiya interessante Details der kaldoreiischen Baukunst. Unten angekommen nimmt Chefermittlerin Erbsi aus dem Schutz von Felanyas Umhang heraus mutig Kontakt zu einer bis an die Zähne bewaffneten Stoffhändlerin auf, um den Aufenthaltsort von Lebenshand zu erfahren. Anschließend fürht sie die Gruppe auf der Suche nach dem Gasthaus, wo dieser sich aufhalten soll schnurstracks bis fast ins Schwert der Schildwache, die den Zugang zu Generalin Mondfeders Quartier bewachen.
Hier macht sich das diplomatische Geschick von Lenaiya bezahlt, die die Schildwachen besänftigt und die Gemeinschaft zum Gasthaus weist.

Dort erwartet der Bruder des Gesuchten die Gruppe und brüskiert zunächst mal in recht arroganter Weise Nathimna, in dem er sie als "kleine Elfe" tituliert. Lyanera, offenbar müde von der ganzen Reise, zieht merkwürdige Grimassen und spricht mit sich selber.
Schließlich beginnt Quantas, ein wenig über seinen Bruder zu erzählen. Quintis habe mit Morgenkorn geforscht und herausgefunden, dass es negative, fluchähnliche Nebenwirkungen besitze. Gemeinsam mit einer sehr jungen Druidenschülerin habe er draußen in der Wildnis an der Wirkung geforscht, ohne aber jemals näher darüber zu sprechen. Kurz vor dem Cataclysmus sei er eines Tages nicht mehr wiedergekehrt.

Er weiß zwar noch ein wenig mehr zu berichten, aber die Gemeinschaft beschließt, zunächst im Gasthaus Station einzulegen und erst am folgenden Tag die Suche fortzusetzen.

 

Zweiter Teil

Unter der Federführung von Erbsi Kirchenmaus berieten Lenaiya, Ainu und Felanya sich, wie sie weiter vorgehen sollten. Zwei Spuren lagen vor ihnen und beide schienen zunächst nicht viel Mut auf Erfolge zu machen.
Bei der ersten Spur, den Forschungen von Quintis an einem alten Mondbrunnen in Feralas, nahe der Zwillingskolosse, gab Lenaiya den berechtigten Einwand, dass dort nach drei Jahren sicher nichts mehr zu finden sei.
Zur zweiten Spur, der kleinen Druidenschülerin, wollte man zumindest den alten Quantas noch einmal befragen, da man hier noch keine näheren Erkenntnisse hatte. Erbsi brachte all ihr Befragungsgeschick ein. Als Qunatas jedoch auf die psychologisch geschickte Frage "Wo finden wir die?" nur mit "Wen?" antwortete, musste sie Rat bei den Gefährten suchen. Ainu sprang helfend ein. Es stellte sich heraus, dass die Druidenschülerin die Tochter einer Bogenschützin der Schildwachen war, die von allen Dörflern nur "der kleine Rabe" genannt wurde. Den Namen kannte Quantas hingegen nicht. Sein Bruder war ihr Mentor. Der kleine Rabe war offenbar noch keine 300 Jahre alt und somit noch nicht volljährig, aber eine begabte Schülerin mit viel Interesse an der Natur.
Sie forschte gemeinsam mit Quintis, offenbar an den geheimen Nebenwirkungen von Morgenkorn und verschwand zum selben Zeitpunkt, wie ihr Mentor.
Etwa ein halbes Jahr später wurde die Mutter der Kleinen, zusammen mit einem im Dorf unbekannten Elfen Hand in Hand unter dem Wasserfall östlich der Mondfederfeste tot im Wasser treibend aufgefunden.

Die Gefährten diskutieren lange, ob Morgenkorn eine giftige Wirkung haben könne. Auch hier zeigt Lenaiya sich als taktische Denkerin und gibt zu bedenken, dass Fandral so große Mengen davon gesammelt habe, dass in Darnassus eine Giftwirkung mit sicherheit aufgefallen wäre.
Nach einigem Hin und Her wird beschlossen, zunächst der Mondbrunnenfährte zu folgen, denn Quantas erwähnte, dass der Brunnen erst seit dem Verschwinden der beiden Forscher verderbt sei.
Wenn man dort nichts fände, könne man immer noch zur Feste zurückkehren und die Schildwachen befragen.

Lenaiya stößt als erste auf den Brunnen, aber überraschenderweise ist dieser nicht verwaist, sondern ein Satyrn dreht - ein gehässiges Liedchen singend - seine Runde um das verderbte Wasser. Ainu schnappt Worte von einem kleinen Raben, Morgenkorn und grünen Geistern auf.
Erbsi entwickelt plötzlich ungeahnten Mut, versteckt sich in den Schatten, betäubt und fesselt das verderbte Wesen. Beim anschließenden "Verhör" ist jedoch nur wenig aus dem Wesen herauszubekommen. Jedoch der Name Xavius, "mein Meister" macht Felanya hellhörig. Sie glaubt, diesen Namen von ihren Druidenlehrern im Zusammenhang mit Fandrals Frevel und Verrat an Malfurion Sturmgrimm gehört zu haben. Er ist der sogenannte Albtraumfürst. In diesem Zusammenhang wertet Felanya auch die grünen Geister, von denen der Satyrn sang.
Schließlich befände sich gar nicht weit von dem Brunnen einer der Eingänge zum smaragdgrünen Traum....
Erbsi fällt auf, dass der Satyrn ein Gewand trägt, dass aus dem gleichen Stoff wie das Quantas´besteht und findet ein Bündel Morgenkorn in seinen Taschen. Die Ermittler haben den vagen Verdacht, dass es sich bei dem Satyrn um den verfluchten Quintis handeln könne, trauen sich aber nicht so richtig, den Gedanken zu Ende zu fassen.
Die vier beraten sich und beschließen, das Wesen "zu erlösen". Di Entscheidung wird ihnen vorschnell von Mordei selber (wie der Satyrn sich selebr nennt) abgenommen, indem er sich aus seinen Fesseln befreit und die Gruppe angreift. Eine Aktion, die er mit dem Leben bezahlt.

Da vernimmt Ainu auf einmal einen lauten Ruf....nach einigem Suchen entdeckt Felanya auf der östlichen Zwillingsspitze die Silhouette eines Elfen der zu gestikulieren scheint.

Die vier machen sich auf den Weg und suchen nach einer Möglichkeit nach oben zu kommen. Ein unterfangen, dass Ainu einiges an Überwindung abverlangt.

Oben angelangt treffen sie auf einen elfischen Eremiten namens Kalin Windsegler. Von diesem erfahren sie, dass es sich bei dem Satyrn tatsächlich und fast sicher um den verschollenen Quintis handelte.
Er erzählt seine Geschichte und Mutmaßungen, die Lenaiya zu einem beinahe Wutausbruch verleiten, weil der alte Mann so viel beobachtet hat, aber nicht Darnassus und Tyrande verständigte.
Kalin beobachtete lange, wie der Mann aus Mondfeste und seine kleine Schülerin am Brunnen über Büchern saßen und mit etwas experimentierten. Oft zusammen, aber fast genauso oft jeder für sich alleine. Eines Morgens kam Quintis alleine zum Brunnen und fand offenbar einen Brief an sich vor. Mit diesem verschwand er am Fuße der Zwillingsspitze aus dem Blickfeld des Druiden nach Norden und kam am folgenden Morgen von dort zurück, ausgestattet mit einem kleinen Lederranzen.
Kurz darauf gesellte sich seine Schülerin zu ihm. Der Elf zog zwei Phiolen aus dem Ranzen und beide tranken nach einem kurzem Gespräch davon. Das Mädchen brach auf der Stelle zusammen, der Elf wurde in Nebelschwaden gehüllt und tauchte einige Zeit drauf als Satyrn wieder daraus hervor.
Am Abend dieses Tages kam von Norden her ein weiterer, größerer Satyrn, hob das Mädchen auf und trug es nach Oneiros, in die Ruinen und verschwand etwas später ohne das Mädchen im smragdgrünen Traum.
Nach Malfurions Rückkehr seien Informationen durch das Land gegangen, die Kalin haben aufhorchen lassen. Quintis forschte mit Morgenkorn und Fandral Hirschhaupt sammelte es in großen Mengen. Offenbar hatte der kleine Quintis sich mit einem Gegener angelegt, der für ihn zu groß war.
Morgenkorn in großen Mengen hat die Eigenschaft, den intelligenten Geist kontrollieren zu können, so dass der Verdacht nahe liegt, dass Fandral versuchte, Malfurion zu kontrollieren, was ihm offenbar auch 9 lange Jahre gelang, in dem er ihn in den smaragdgrünen Albtraum sperrte. Dieses Verbrechen drohte durch die Forschungen von Quintis und seiner Schülerin aufzufliegen, weshalb sie beseitigt werden mussten.

Die einzige, etwas lahme Rechtfertigung Kalins, warum er nichts unternommen habe, war, dass er sich nicht im Stande sah, sich mit Wesen aus der Traumwelt anzulegen.

Die Gruppe beschließt, sich in Oneiros umzusehen, ob dort eine Spur der Schülerin zu finden sei.
Kurz vor Oneiros treffen sie auf ein Lager der Druiden der Kralle, und beschließen, sich dort für eine Weile aufzuhalten und die Gemeinschaft über den bisherigen Expeditionsstand zu informieren.

 

Dritter Teil

Am Fuß der Zwillingskolosse traf die Expedition auf eine Gruppe von Druiden der Kralle, die seit eineiger Zeit dort zwischen Oneiros und dem Zugang zum smaragdgrünen Traum lagerten.
Nachdem Professor Vith seine vom Regen nasse und schwere Kleidung getrocknet hatte, dank der Hilfe der aufmerksamen Nathimna, nahmen sie Kontakt zu den Druiden auf und erfuhren, dass sie sich auf einer Such-Expedition befanden. Auch sie suchten den "kleinen weißen Raben", die Druidenschülerin, die nach Oneiros verschleppt wurde. Die einzige Türe dort sei aber versiegelt und ließ sich auch mit den Kräften der Druiden nicht öffnen.
Gleichzeitig sei es aber auch Aufgabe der Expedition, den Zugang zum smaragdgrünen Traum mit im Blick zu behalten, da der Albtraumfürst Xavius sich in der Vergangenheit mehrfach dort habe blicken lassen.

Die Gruppe macht sich auf zu den Ruinen und Lyanera entdeckt schnell die versiegelte Pforte. Vith, Wolfschatten, Ainu versuchen verzweifelt, den Bann zu brechen, was ihnen aber nicht gelingt. Lyanera und Felanya fällt auf, dass der Turm, dessen Türe verriegelt ist, sehr weit in den Fels gebaut ist und brechen zu einer Erkundung der Bergspitzen auf. Zu ihrer Überraschung entdecken sie oben angekommen einen Hochsee und an dessen Ufer eine schwere Falltüre, die offenbar einen Gang hinunter zum Turm verschließt.
Als die anderen der Gruppe azu ihnen aufgeschlossen haben, beraten die Gefährten kurz und brechen dann zu einer Insel mitten im Hochsee auf, von der grüner Rauch aufzusteigen scheint.

Zu ihrer Überraschung finden sie dort die Ruine eines brennenden Turms vor, aus dessen Trümmern grüner Rauch aufsteigt.
Eine Gruppe, bestehend aus Vertretern aller Allianzvölker, lagert dort vor den Ruinen. Es handelt sich um eine Gruppe Geologen rund um Ryan Sly, die den Hochsee erforschen.

Sly berichtet, dass als sie vor einem Jahr ankamen, der Turm noch ganz, das Obergeschoss aber verschlossen und versiegelt war.
In der ersten Nacht ihrer Anwesenheit tauchte auf einmal ein gewaltiger Drache aus den Fluten des Dumontsees auf, der die Geologen attackierte, jedoch von deren Waffen niedergestreckt wurde.
In dem Moment als als der Drache in den Fluten versank, zerbarst der Turm in einem gewaltigen Knall und setzte eben jenen grünen Rauch frei. Am Fuße des Turms entdeckten die Geologen eine junge Druidin, schwer gezeichnet und abgemagert. Ihr besonders Kennzeichen waren weiße Federbüchel hinter den Ohren. Nathimna hat einen verdacht und erfährt, dass auch weitere Merkmale (blaue Haare, ungefähres ALter) auf die Gefährtin Shanyala zutreffen. Heisst doch "weisses Räblein" in der Darnassischen Sprache auch "Shan´yala-ba"
Vor etwa einem Jahr, nachdem sie von den Geologen gesundgepflegt worden war, brach die Kaldorei angeblich in Richtung Mondfederfeste auf, vor etwa einem Jahr gesellte sich Shanyala zur Gemeinschaft von "Licht und Schatten".

Das Rätsel scheint vorerst gelöst, das Tagebuch am Wohnbaum könnte Shanyala gehört haben und die Umstönde rechtfertigen auch ihre fehlende Ausbildung.

Nathimna, Ainu und Wolfsschatten beschließen, Shanyala zu ihren Erfahrungen zu befragen und ihr bei der Suche nach der eigenen Vergangenheit zu helfen. Aber das wird wohl ein eigenes weiteres Abenteuer werden.

 

Vierter Teil

Die Freunde Warringham, Neneri, Nothran'dir, Thalia, Hephestos und Shany trafen sich oberhalb der neuen Mondfederfeste in Feralas. Shany hatte zuvor um mentalen Beistand bei der Suche nach ihren Wurzeln gebeten.

Vor ihrer Entführung in den smaragdgrünen Alptraum lebte Shany mit ihrer Mutter Diundriel Federkiel in dem alten, auf einer INsel vorgelagerten Mondfederfeste und erlebte glückliche Zeiten. Diundriel war Bogenschützin der Schildwachen und gehörte unmittelbar zur Garde der Generälin Mondfeder, was mit gewisser Anerkennung unter den Nachtelfen einherging. Shany wuchs ohne Vater auf, sobald das Gespräch auf diesen kam, wich die Mutter völlig aus.
Umso glücklicher waren Mutter und Tochter, als Shany einen alten Kaldorei als Mentor fand, der ihr zumindest in Fragen der Ausbildung in der Wildnis den Vater ersetzte.

Nach der Entführung in den Alptraum, unmittelbar vor dem Cataclysmus, verschwand auch Diundriel Federkiel aus der Mondfederfeste und wurde alsbald von einem Wanderer tot aufgefunden. Ihre Leiche trieb - zusammen mit der Leiche eines männlichen Kaldorei - im See unterhalb der Wasserfälle an der Feralas-Festlandküste. Der Mann war allen Wächtern gänzlich unbekannt. Er trug keine Erkennungszeichen bei sich. Zeichen äußerer Gewalt gab es nicht.
Dies war alles, was Generälin Mondfeder der kleinen Shany nach ihrer Rettung aus dem Alptraum berichten konnte, denn es kam nie zu näheren Nachforschungen. Das Erscheinen Todesschwinges und die dramatischen Veränderungen in der Welt zwangen die Bewohner der Insel zur Flucht auf das Festland, wobei nahezu alles an Hab und Gut zurückgelassen werden musste. Eilends wurden die Toten bestattet und die Ermittlungen gingen im Chaos der Gewalten unter.

Heute fühlt Shany sich stark genug, gemeinsam mit ihren Freunden zu forschen, was damals geschah.
Das Fehlen von Gewaltanzeichen gibt ihr das Bauchgefühl, die Mutter sei freiwillig aus dem Leben geschieden. In diesem Fall, so vermutet sie, müsse sie ihrer Tochter doch irgend etwas - einen Brief, ein Buch, ein Schmuckstück - hinterlassen haben.
So beschließen die Freunde, sich in die Ruinen der Mondfederfeste auf die Insel zu begeben, um dort die alte Habe der Familie zu durchsuchen. Sie sind erschrocken, dort einen tobenden Kampf zwischen Schildwachen und Nagas vorzufinden. Das Herz sinkt Shany in die Hose. Wenn hier gekämpft wird, wird es schwer werden, noch alte Dinge zu finden. DOch Thalia vermittelt allen Abenteuern Zuversicht und will nicht einfach aufgeben.
Beim Betreten des alten Wohnhauses, in dem Shany aufwuchs, überkommen die junge Druidenschülerin schwere Wehmut und all die Erinnerungen aus besseren Zeiten. Nur schwer kann sie sich selber aufraffen, zu handeln und so duchforsten als erste Heph, Noth und Neneri die Überreste des Hausrates.
Es dauert nicht lange und Neneri findet ein Tagebuch. Oder besser, die Reste eines solchen. DIe untere Hälfte ist angesengt und aufgeweicht, viele Schriftzeilen sind verwischt, verbrannt, unleserlich.
Shany erkennt die Schrift ihrer Mutter und blättert der Gegenwart entrückt durch die Seiten. Sie liest die letzten Zeilen des letzten Eintrags und bricht schluchzend zusammen.
Sofort sind die Freunde zur Stelle, sie zu trösten. Neneri, von Neugier getrieben hebt das fallen gelassene Buch auf und liest ebenfalls die letzten Zeilen:

"meine Shany....meine Tochter....der weiße Rabe. Sie ist tot. Ich muss es Sala beibringen und danach werden wir gemeinsam aufbrechen in das letzte große Abenteuer."

Shany entwickelt schlagartig Schuldgefühle. Ihre Mutter wählte den Freitod, weil sie glaubte, ihre Tochter sei tot. Und alles nur, weil Shany ihre Nase in Dinge gesteckt hatte, die sie nichts angingen, weil sie sich gefangen nehmen ließ. So zumindest redet sie sich ein. Doch Warringham, Neneri und Thalia reden ihr diesen Unsinn nachdrücklich gemeinsam wieder aus.

Noth und Heph finden die Frage spannend, wer sich denn hinter der Person Sala verbergen könnte. Dass es sich hierbei um den männlichen Elfen handeln könnte, liegt beinahe auf der Hand, der Name hingegen sagt niemandem etwas, auch Shany nicht.
Noth hat den EInfall, in der neuen Feste am Festland in den Namensregistern nachzuschlagen. Und so machen sich die Freunde auf den Weg.

In Mondfederfeste angekommen setzt Nothran'dir sich alsbald von der Gruppe ab, um weiteren Recherchen nachzugehen. Die anderen hören sich unter den Schildwachen um, wie sie zum Namensregister gelangen könnten. Eine Offizierin der Schildwachen, Tavâ begegnet ihnen und bietet ihre Hilfe an. Sie kennt Shanyala noch als Kind und arbeitete mit Diundriel zusammen.
Beim Durchforsten der Register findet Thalia nur einen alten EIntrag der Ermittlungen. Hieraus lässt sich wenig Neues erfahren. DIe einzige wirkliche Erkenntnis ist, dass der männliche Elf die Gewandung eines Gelehrten trug und am Finger die Furche eines erst kürzlich abgestreiften Ringes hatte. Beides bemerkenswerte Umstände, die auf eine eher ungewöhnliche Herkunft schließen lassen.
Erste Mutmaßungen stehen im Raum, dass es sich bei dem Elfen um Shanys Vater gehandelt haben könnte, einer Person, die nicht dem Stand der Mutter entsprach und deshalb verleugnet wurde.
Die Gewandung bringt beim alten Heph einige Erinnerungen an frühere Abenteuer zurück und er entsinnt sich einer alten, noch immer bewohnten Bibliothek im Inneren Düsterbruchs - dem früheren Eldre' Thalas. Vielleicht sind dort Eintragungen aus der Zeit vor Shanys Geburt zu finden.
Warringham beschließt hier, sich zu verabschieden, da er noch einen weiten Weg vor sich hat. Die übrigen fünf - Tavâ ist neugierig geworden und schließt sich der Gruppe an - brechen auf nach Düsterbruch. Dort begegnet Shany wundersamerweise ihrem weißen Rabengeist, der ihr bestätigend zunickt, sich in die Lüfte erhebt und aus großer Höhe ein einziges Wort erschallen lässt "Salandrion". Sala ist also eine Abkürzung. Der Elf heißt Salandrion und er steht in Verbindung zu Shany selber, nur so kann das Auftauchen des Tiergeist-Patrons erklärt werden.
Nach etlichen Gefahren im Inneren der Ruinen schlagen sich die Mitglieder der Gemeinschaft in das Athenaeum durch, wo Zimery zu ihnen stößt, der inzwischen die Fährte dank seiner nun guten Nase aufgenommen hatte.

Die im Athenaeum ansässigen Magier der SHen' dralar nehmen von den ANkömmlingen kaum Notiz und lassen sie in Ruhe die Archive Eldre' Thalas durchforsten. Heph ist über das viele Lesen inzwischen tief eingeschlafen und bekommt vom weiteren Geschehen nichts mehr mit.
Die Recherche ist umfangreich, die Bibliothek groß, doch nach und nach werden alle Helfer fündig.

Neneri findet einen alten Registereintrag von einer Hochzeit und einer Geburt. "Salandrion Federkiel und Diundriel Federkiel, Geburt eines weiblichen Kindes, Thamika" Das Datum ist verwittert. Thamika, der Name sagt den Freunden nichts. Alsbald findet Thalia ein paar alte Briefe. Sie erkennt sofort die Handschrift von Diundriel, die sie vorhin erst in dem Tagebuch gesehen hatte. "Wir müssen unser Kind schützen, Liebster. Wir können uns von nun an nur noch heimlich sehen, deine Herkunft muss verborgen bleiben."
Die Vermutungen bestätigen sich. Ist dieses Kind eine Schwester Shanyalas? Wo aber würde sie leben. Dass sie bei den Shen'dralar gelebt haben könnte erscheint Tavâ unwahrscheinlich, und Salandrion war einer der Magier. Tava sah die Gewandung damals, war bei den ersten Ermittlungen anwesend und erkannte nun, dass es die gleiche Robe war, die auch die Wissenhüter im Athenaeum tragen.
Wie zur Bestätigung findet Tavâ einen Eintrag, wonach Salandrion jährlich 1000 Golddublonen nach Mondfederfeste senden ließ, Betreff "Thamika". Er sorgte also für sein Kind. Wer aber war dies nun. SHany lebte mit Diundriel alleine, der Name Thamika war ihr unbekannt.
Thalia hat eine Idee, dass es sich bei Thamika umd Shany selber handeln könnte und der Name geändert wurde, um sie zu schützen.
Dies verneint Shany selber. Den Namen Shanyala habe sie ja von ihrem Tierpatron erhalten. "Shan'yala ba, das weiße Räblein."
Vorher habe ihre Mutter sie immer Mika genannt, das sei ihr Name gewesen. Indem sie dies ausspricht, fallen ihr selber die Schuppen von den Augen. Mika, die Koseform von Thamika.
Shany hatte ihre Herkunft entschlüsselt. Ihr Vater war Magier, bis zum Cataclysmus verbannt und gemieden. Daher hatte ihre Mutter immer so große Angst, wenn das Mädchen in der Nähe von Mondbrunnen spielte - die Furcht, sie könne nach dem Vater kommen und sich für die Leyenenergien interessieren. Darum war sie so überaus seelig, als Shany Druidin werden wollte und ihrem Tiergeist begegnete.

Shanyala Federkiel, Tochter von Salandrion Federkiel Shen'dralar und Diundriel Federkiel Schildwache - Elune habe sie seelig.


© by Kai Hillert, Mai 2014